Einsatzfahrzeuge auf dem Neusiedler See

Da in letzter Zeit immer wie die Besetzungen der Polizeimotorboote auf dem Neusiedler See ausrücken mussten, stellt dich der Polizei- Seedienst vor:
Der Neusiedler See ist mit 300 km² der größte Steppensee Mitteleuropas und birgt trotz seiner geringen Wassertiefe viele Gefahren in sich.

Diese wurden in der Vergangenheit oft unterschätzt und haben zu tragischen Unfällen mit Todesopfern geführt. Polizeiboote müssen immer wieder auslaufen und leichtsinnige Besatzungen von Booten unter Einsatz ihres eigenen Lebens retten.

Die Wassertiefe beträgt im langjährlichen Durchschnitt zwar nur ca. 140 cm, ist aber vor allem in den Monaten Mai und Juni sowie im September und Oktober durch die geringe Verdunstung und der Niederschläge mit ca. 180 cm weit höher.

Durch diesen hohen Wasserstand steigt die Gefahr für viele Freizeitsportler noch zusätzlich, denn sie können schnell „den festen Boden unter den Füßen” verlieren und geraten in Seenot. Es sind aber nicht nur die „Freizeitkapitäne”, die Wind und Wellen unterschätzen.

Da es im Bereich des Neusiedler Sees fast ebenso viele Wind- wie Sonnentage gibt, ist er ein Paradies für Surfsportler. Sowohl Freizeitkapitäne als auch Surfer suchen vielfach das Abenteuer und sind sich dabei nicht bewusst, dass sie nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

Gewitter treten oft binnen kürzester Zeit auf und bringen Stürme mit bis zu sieben Beauforts (60 km/h). Wellen bilden Schaumkronen, die eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. Boote und Surfer, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der freien Wasserfläche befinden, können aus eigenem nicht mehr das Ufer erreichen. Minuten entscheiden oft über Leben und Tod, wobei die Helfer ebenfalls ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen.

Doch nicht nur die Rettung aus Lebensgefahr gehört zu den Aufgaben der Polizisten. Auch auf dem Neusiedler See gilt die See- und Flussverkehrsordnung deren Einhaltung ebenfalls überwacht werden muss. Übertretungen müssen geahndet und gelegentlich auch Unfälle aufgenommen werden.

Eine dringende Notwendigkeit ist die Präsenz unserer Einsatzboote zur Hintanhalten von Diebstählen, da zahlreiche Besitzer von Seehütten vor „ungebetenen Gästen“ geschützt werden müssen.

Die Polizei hat auf dem Neusiedler See insgesamt vier Boote stationiert
• zwei in Mörbisch
• eines in Neusiedl/See und
• eines in Podersdorf See

Statistik der Einsätze in den vergangenen Jahren:
2010: 42 Einsätze – 22 Personen unverletzt geborgen, 9 Personen verletzt
geborgen, 2 Tote
2011: 38 Einsätze – 25 Personen unverletzt geborgen, 2 Personen verletzt
geborgen, 1 Toter
2012: 5 Einsätze – 3 Personen unverletzt geborgen, 2 Personen verletzt geborgen,
2 Tote
2013: 21 Einsätze – 38 Personen unverletzt geborgen, 3 Personen verletzt geborgen
1 Toter

Weiters muss zwischen spontanen Rettungseinsätzen und der routinemäßigen Patrouillen zur Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen unterschieden werden. Derartige Kontrollfahrten werden zwischen April und Oktober durchschnittlich etwa 200 verrichtet.